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Wann wurde der Haftnotizzettel erfunden?
26.02.2010
Am Anfang des kanariengelben Post-its, auf Deutsch bürokratisierend auch Haftnotizzettel genannt, stand ein Missgeschick.
Spencer Silver, Angestellter der amerikanischen Firma 3M, erhielt 1968 den Auftrag, einen besonders kräftigen Klebstoff zu entwickeln.
Zum großen Glück der erinnerungsbedürftigen Schreibtischweltgemeinschaft kam bei Silvers Experiment genau das Gegenteil heraus: ein leicht haftender Stoff, der gerade einmal in der Lage war, einem Papierzettel Halt zu geben. Für die Verwendung des neuen Stoffes hatte Silver einen guten Riecher. Er strich ihn bei Schulungen seiner Firma auf Pinnwände, wo er sich viele Male ablösen und wieder anpappen ließ.
Leider hatte die Marketingabteilung von 3M nur einen sehr unterentwickelten Sinn für die Verwertbarkeit von Silvers ungewollter Erfindung. Aber ein Kollege, der junge Produktentwickler Art Fry, erkannte sogleich die Möglichkeit, seine Tätigkeit als Sänger im Kirchenchor mit dem neuen Haftzettel zu kombinieren. Er hatte sich nämlich schon lange damit herumgeärgert, dass die Lesezeichen ständig aus seinen Notenbüchern herausfielen. Also bestrich er die Papierchen mit dem neuen Klebstoff, worauf sie sich ihrer Bestimmung entsprechend zwischen den Seiten hielten.
Frys Kollegen bei 3M waren von dem Klebezettel begeistert und sie mussten auf die schläfrige Marketingabteilung einigen Druck ausüben, damit die kanariengelben Post-its, das war 1977, endlich in Produktion gehen konnten. Nun begann der Siegeszug des kleinen Erinnerungshelfers durch die Schreibstuben der Welt. 1980 war er überall in den USA erhältlich, und als 1990 der Patentschutz auslief, konnte er weltweit produziert werden.
Es gibt ihn mittlerweile in allen Farben. Aber echt ist er nur in Kanariengelb.
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